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Ratgeber

Heizung austauschen: Was Sie wissen sollten, bevor Sie den Monteur rufen

Wenn Ihre Heizung zwischen 15 und 25 Jahre alt ist, stehen Sie vor drei Fragen: wann, womit und mit wem. Dieser Ratgeber beantwortet alle drei, ohne Werbesprache. Seit 1991 bauen wir Heizungen im Siegerland und erklären Ihnen hier genauso, wie wir es am Küchentisch tun würden.

Stand: 2026-04-17Hermann Hassler GmbH · seit 1991

Wann der Tausch Sinn ergibt

Wann Sie die alte Heizung wirklich austauschen sollten

Die meisten Heizungen in deutschen Kellern laufen 20 bis 25 Jahre. Technisch möglich ist mehr, wirtschaftlich sinnvoll ist es selten. Ab Baujahr 2000 abwärts liegt der Wirkungsgrad oft 15 bis 25 Prozent unter dem heutigen Standard.

Wenn zwei oder mehr der untenstehenden Anzeichen zusammenkommen, lohnt die Reparatur meistens nicht mehr. Wir sehen das in der Werkstatt regelmäßig: Wer noch eine Saison mit der alten Anlage durchhält, zahlt im Verbrauch oft mehr als die Hälfte der Reparatur drauf.

Ausfallrisiko ist der vierte Punkt. Eine 22 Jahre alte Ölheizung, die im Januar aussteigt, bringt Sie in eine Situation ohne Vergleichsmöglichkeit. Wer im Sommer austauscht, hat Zeit für Angebote, Förderanträge und Lieferzeiten.

  • Baujahr vor 2000, Schornsteinfeger meldet steigende Abgasverluste
  • Zwei oder mehr Reparaturen in 24 Monaten am selben Bauteil
  • Verbrauch steigt jährlich ohne erkennbare Nutzungsänderung
  • Räume werden ungleich warm, Einzelraum-Regelung scheitert
  • Ersatzteile für das Gerät schwer beschaffbar

Rechtliche Lage

GEG, 65-Prozent-Regel, Übergangsfristen

Das Gebäudeenergiegesetz in seiner 2024er Fassung ist nüchtern lesbar, auch wenn es polarisiert wurde. Der Kern: In Neubaugebieten muss jede neue Heizung 65 Prozent erneuerbar laufen. Im Bestand greift diese Regel erst, wenn die Kommune eine Wärmeplanung veröffentlicht hat. Für Siegen ist die Wärmeplanung für 2026 angekündigt.

Eine zweite wichtige Regel: Gas- und Ölheizungen mit Baujahr vor 1995, die älter als 30 Jahre sind und nicht zu den Ausnahmen gehören, müssen ausgetauscht werden. Die Ausnahmen sind Brennwert, Nieder- und Niedertemperatur-Systeme, Kessel unter 4 kW oder über 400 kW.

Falls Ihre Heizung im Winter ausfällt, greift §71i GEG: Sie haben bis zu fünf Jahre Zeit für eine regelkonforme Ersatzlösung, bei Etagenheizungen bis zu dreizehn Jahre. Eine Übergangs-Gasheizung ist in diesem Fenster zulässig.

Sechs Optionen

Welche Heizung kommt für Sie in Frage

Sechs Heizungsarten werden aktuell im Einfamilienhaus verbaut. Jede hat ihren Einsatzbereich.

Gas-Brennwerttherme: Günstigster Neueinbau. Sinnvoll bei vorhandenem Gasanschluss, schlecht gedämmtem Haus und kurzfristigem Bedarf. Wird durch GEG zum Auslaufmodell.

Öl-Brennwert: Nur noch in Einzelfällen sinnvoll. Wenn Tank neu, kein Gasanschluss und kein Platz für Wärmepumpe.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Das System, das wir derzeit am häufigsten bauen. Funktioniert in gut bis mittelmäßig gedämmten Häusern. Braucht Platz im Garten und ausreichend große Heizkörper.

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Effizienter, aber teurer und genehmigungspflichtig. Sinnvoll bei größeren Häusern mit Garten und langfristiger Planung.

Pelletheizung: Alternative bei Platz für Lager und Kessel. Im Siegerland gibt es zuverlässige Lieferanten.

Hybridheizung: Gasbrennwerttherme + Wärmepumpe. Teuer in der Anschaffung, aber saubere Lösung für schlecht gedämmte Altbauten.

SystemInvestition nettoPlatzbedarfGeeignet für
Gas-Brennwert9.000–14.000 €klein, KellerraumBestand mit Gasanschluss, kurzfristig
Öl-Brennwert11.000–16.000 €Kessel + TankEinzelfall ohne Gasanschluss
Luft-Wasser-Wärmepumpe28.000–42.000 €Außengerät + KellerHäuser mit Heizlast unter 12 kW
Sole-Wasser-Wärmepumpe38.000–55.000 €Garten für Sondegroße Häuser, lange Nutzungsdauer
Pelletheizung26.000–38.000 €Kessel + LagerraumPlatz vorhanden, ehem. Ölnutzer
Hybridheizung32.000–48.000 €Keller + Außengerätschlecht gedämmte Altbauten

Alle Preise netto, inkl. Montage, ohne Förderung. Gültig für Einfamilienhäuser 120 bis 180 Quadratmeter im Siegerland.

Zeitplan

So läuft ein Heizungstausch im Siegerland

Ein Heizungstausch dauert vom ersten Gespräch bis zur Inbetriebnahme zwischen sechs und zwanzig Wochen. Die Montage selbst liegt bei drei bis fünf Tagen, der Rest ist Vorlauf.

Der erste Termin dauert ein bis zwei Stunden. Wir messen Heizkörper und Räume auf, sprechen über Ihr Haus. Nach dem Aufmaß rechnen wir die Heizlast nach DIN EN 12831. Ohne diese Rechnung kann niemand seriös ein System empfehlen.

Das Angebot folgt innerhalb von sieben bis zehn Werktagen. Wenn Sie Förderung beantragen, was wir bei Wärmepumpe und Hybrid immer tun, muss der BAFA-Antrag vor Auftragserteilung gestellt werden. Die Bestätigung kommt aktuell in vier bis acht Wochen.

Lieferzeiten: Gas-Brennwert in zwei bis vier Wochen verfügbar, Luft-Wasser-Wärmepumpen sechs bis zwölf Wochen. Wir planen so, dass Sie nicht ohne warme Wohnung dastehen.

  1. 01

    Woche 1

    Erstgespräch + Aufmaß

    Vor Ort bei Ihnen. Aufmaß der Heizkörper, Fotos, Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

  2. 02

    Woche 2–3

    Angebot + Entscheidung

    Zwei Varianten nebeneinander (z.B. Gas-Brennwert vs. Wärmepumpe) mit Kosten, Förderung, Verbrauchsprognose.

  3. 03

    Woche 3–4

    BAFA-Antrag + Auftrag

    Förderantrag muss VOR Auftragserteilung gestellt werden. Wir übernehmen das.

  4. 04

    Woche 5–12

    Lieferzeit Gerät

    Abhängig von Hersteller und Modell. Spannweite: 2 bis 12 Wochen.

  5. 05

    Woche 10–16

    Montage + Inbetriebnahme

    Drei bis fünf Tage Baustelle. Demontage, Einbau, hydraulischer Abgleich, Einregulierung.

  6. 06

    Woche 12–20

    BAFA-Auszahlung

    Nach Verwendungsnachweis. Die Fördersumme fließt direkt auf Ihr Konto.

Kosten

Was Sie die Heizungserneuerung wirklich kostet

Wir nennen Ihnen hier Bandbreiten, die auf realen Einbauten im Siegerland der letzten 24 Monate basieren. Ihre Werte können abweichen.

Zu den Anschaffungskosten kommen Nebenkosten, die viele unterschätzen. Ein hydraulischer Abgleich mit Austausch einzelner Heizkörperventile kostet 800 bis 2.000 Euro. Elektrik-Upgrade für Wärmepumpe liegt bei 1.500 bis 3.500 Euro. Entsorgung Öltank mit Reinigung: 800 bis 1.800 Euro.

Die laufenden Kosten sind der andere Teil. Eine Gas-Brennwerttherme verbraucht 2.200 bis 3.000 Euro Gas pro Jahr in einem durchschnittlichen Siegerländer Haus. Eine gut eingestellte Wärmepumpe liegt bei 900 bis 1.600 Euro Stromkosten. Über 15 Jahre gleicht sich die höhere Investition meistens aus.

9–14 k€

Gas-Brennwert netto

komplett mit Montage

28–42 k€

Wärmepumpe netto

Luft-Wasser, vor Förderung

12–20 k€

WP nach BAFA

bei maximaler Förderung

900–1.600 €

Strom WP pro Jahr

bei guter JAZ

Den richtigen Betrieb erkennen

Woran Sie einen guten Heizungsbauer erkennen

Beim Heizungstausch trennt sich Handwerk von Vertrieb. Es gibt Firmen, die verkaufen Ihnen das System, an dem sie am meisten verdienen. Und es gibt Betriebe, die rechnen Ihr Haus durch. Der Unterschied zeigt sich an fünf Punkten.

Erstens der Aufmaßtermin: Wer nach zwanzig Minuten ein Angebot verspricht, hat nicht richtig gemessen. Zweitens die Heizlastberechnung: Ohne rechnerisch ermittelte Heizlast wird die Anlage entweder zu groß oder zu klein. Drittens der hydraulische Abgleich: Ohne ihn ist jede neue Heizung nur halb so effizient. Viertens die Transparenz im Angebot: Gerät, Montage, Zubehör getrennt. Fünftens keine Hotfixes: Wer neue Wärmepumpe an alte, zu kleine Heizkörper hängt, nimmt das Frieren im dritten Winter bewusst in Kauf.

  • Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 wird erstellt und ausgehändigt
  • Hydraulischer Abgleich ist im Angebot enthalten
  • Vorhandene Heizkörper werden auf Größe geprüft
  • BAFA-Förderung wird durch den Betrieb abgewickelt
  • Angebot zeigt Gerät, Montage und Zubehör getrennt
  • Fester Ansprechpartner für Nachjustierung benannt

Fallstricke

Was im Altbau oft schief läuft

Wir sehen die gleichen Probleme in jedem zweiten Haus, in das wir zum Aufmaß kommen.

Platzbedarf Wärmepumpe: Das Außengerät braucht mindestens drei Meter Abstand zur Nachbargrundstücksgrenze, sonst wird ein Schallgutachten fällig.

Kaminsanierung beim Brennwertwechsel: Der Schornstein muss feuchteresistent werden, meist über ein Kunststoffrohr im Schacht. Zwei bis drei Tage Zusatzarbeit.

Elektrik-Upgrade: Eine Wärmepumpe braucht Drehstrom und einen eigenen Absicherungskreis. In Häusern aus den 70ern reicht der Zählerschrank oft nicht. 1.500 bis 3.500 Euro.

Schallgutachten: Bei knappem Nachbarabstand verlangt das Bauamt ein Schallgutachten. 400 bis 900 Euro, zwei bis vier Wochen.

Zu kleine Heizkörper: Wärmepumpen arbeiten effizient bei 45 bis 55 Grad Vorlauf. Alte Gussheizkörper sind oft auf 70 Grad ausgelegt. Einige müssen getauscht werden.

Häufigster Fehler

Wärmepumpe an zu kleinen Heizkörpern

Viele Hausbesitzer lassen eine Wärmepumpe einbauen, ohne die Heizkörper zu prüfen. Im ersten Winter wird das Wohnzimmer nicht warm, die Wärmepumpe läuft durchgehend. Die Lösung wäre gewesen, vor dem Einbau drei Heizkörper zu tauschen. Kosten: rund 1.200 Euro. Ersparnis jedes Jahr: 300 bis 500 Euro Stromkosten.

Kostenloses Aufmaß

Häufige Fragen

Was oft gefragt wird.

01Wann muss ich meine Heizung laut Gesetz austauschen?+

Verpflichtend tauschen müssen Sie nur Konstanttemperatur- und Niedertemperaturkessel, die vor 1995 eingebaut wurden und älter als 30 Jahre sind. Brennwertgeräte sind ausgenommen, ebenso Kessel unter 4 kW oder über 400 kW. Bei Hauserbschaft gilt eine Karenzzeit von zwei Jahren.

02Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?+

Im Bestand in Siegen ja, bis die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen ist, spätestens bis Mitte 2028. Danach muss jede neue Heizung 65 Prozent erneuerbar betrieben werden. Reine Gasheizungen sind dann nur noch als Hybridlösung oder mit Biogas-Anteil möglich.

03Was kostet der Heizungstausch im Einfamilienhaus?+

Gas-Brennwert liegt bei 9.000 bis 14.000 Euro netto, Luft-Wasser-Wärmepumpe bei 28.000 bis 42.000 Euro netto. Nach BAFA-Förderung bleiben bei der Wärmepumpe meistens 12.000 bis 20.000 Euro Eigenanteil. Die genaue Zahl hängt vom Haus ab.

04Wie lange dauert der Austausch?+

Die reine Montage dauert drei bis fünf Tage. Vom ersten Gespräch bis zur Inbetriebnahme rechnen Sie mit sechs bis zwanzig Wochen, überwiegend wegen Lieferzeiten und BAFA-Antragsbearbeitung.

05Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?+

In den meisten Siegerländer Altbauten mit ordentlichen Fenstern und Dachdämmung ja. Entscheidend sind Heizlast, Vorlauftemperatur und Größe der Heizkörper. Bei Häusern vor 1970 ohne Dämmung ist eine Hybridheizung oft die bessere Lösung.

06Wer stellt den BAFA-Antrag?+

In der Regel der Fachbetrieb, oft gemeinsam mit Ihnen. Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt sein. Wer erst den Auftrag unterschreibt und dann den Antrag stellt, verliert die Förderung.

07Kann ich die Heizung selbst bestellen und nur einbauen lassen?+

Technisch geht das, praktisch raten wir davon ab. Wenn das Gerät nicht zum Haus passt, haben Sie ein teures Problem. Die Förderung wird außerdem nur über den ausführenden Fachbetrieb abgewickelt.

08Was passiert, wenn meine Heizung im Winter ausfällt und ich nicht sofort austauschen kann?+

Sie haben nach §71i GEG bis zu fünf Jahre Übergangsfrist. In dieser Zeit dürfen Sie eine gebrauchte Heizung oder eine provisorische Gasheizung nutzen. Wir können meistens kurzfristig eine Zwischenlösung organisieren.

Konkret bei Ihrem Haus

Wir rechnen das für Sie durch.

Jeder Fall ist anders. Rufen Sie an, wir schauen vor Ort und sagen ehrlich, ob und welche Lösung rechnet.

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